Future Story

ANÜ bleibt im Engineering und in der IT strategisch ungenutzt: Nur 26 % erkennen Potenzial für systematischen Wissenstransfer

Studie zeigt: Unternehmen verschenken Innovationsrendite, weil Arbeitnehmerüberlassung meist rein operativ eingesetzt wird

Links: Ein Mann arbeitet an einem Computer in einem modernen Büro. Rechts: Drei Personen, die an einem Tisch mit überlagerten Diagrammen und Netzwerkgrafiken zusammenarbeiten.

In technologiegetriebenen Branchen entscheidet der systematische Umgang mit Wissen über Geschwindigkeit, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit von Projekten. Dennoch wird Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) im Engineering- und IT-Umfeld überwiegend operativ genutzt – nicht strategisch.

Nur 26,0 % der Unternehmen verbinden ANÜ mit gezieltem Wissenstransfer, wie unsere aktuelle Studie belegt.

Damit bleibt ein zentrales Potenzial ungenutzt: Externe Expertise wird zwar projektbezogen hinzugeholt, aber selten strukturiert in Prozesse, Teams oder Dokumentationen überführt. Das Risiko: Know-how bleibt an einzelne Personen oder Projekte gebunden – statt nachhaltig in der Organisation zu wirken.

 

Fehlende Steuerung macht Wissenstransfer zur Zufallsgröße

Ein weiteres Indiz für fehlende Systematik: 38,4 % der Befragten sind unentschieden, ob durch ANÜ neue Perspektiven oder nachhaltige Wissensgewinne entstehen.

Diese hohe Unklarheit zeigt, dass Wissenstransfer häufig nicht als definierte Zielgröße gesteuert wird. In der Praxis bedeutet das:
Projekte werden zwar stabilisiert, doch Lernkurven, Prozessoptimierungen oder Technologie-Know-how werden nicht konsequent gesichert.

Gerade unter Bedingungen steigender Innovationsgeschwindigkeit, wachsender Spezialisierung und komplexer Entwicklungsarchitekturen ist das wirtschaftlich relevant. Verzögerte Übergaben, erneute Einarbeitungsschleifen oder Know-how-Verluste wirken sich unmittelbar auf Time-to-Market und Projektkosten aus.

 

„ANÜ entscheidet über mehr als Kapazität“

„ANÜ liefert nicht nur Kapazität, sondern schafft Wettbewerbsfähigkeit“, sagt unser Director Markus Wolfgramm.
„Wer externe Expertise einsetzt, ohne Wissen systematisch zu sichern, verliert einen Teil der Investition. Entscheidend sind klare Rollen, strukturierte Übergaben und definierte Verantwortlichkeiten im Projekt. Wissenstransfer ist kein Nebeneffekt, sondern eine Managemententscheidung.“

Aus Projekterfahrung zeigt sich: Unternehmen, die Wissenstransfer aktiv einplanen – etwa durch Tandem-Modelle, dokumentierte Architekturentscheidungen oder strukturierte Offboarding-Prozesse – steigern nicht nur die Effizienz einzelner Projekte, sondern bauen technologische Kernkompetenzen auf.

 

Projektbasierte Märkte reagieren sensibel auf Konjunkturverschiebungen

Gerade in konjunkturell differenzierten Phasen zeigt sich die Relevanz dieses Themas. Projektgetriebene Geschäftsmodelle reagieren früh auf wirtschaftliche Veränderungen: Externe Entwicklungsressourcen werden häufig zuerst skaliert.

Ob ANÜ dabei rein zur Flexibilisierung dient oder als strategisches Instrument zur Kompetenzentwicklung wirkt, entscheidet über die langfristige Wettbewerbsposition – insbesondere in innovationsintensiven Engineering- und IT-Feldern.

 

Studienhintergrund

Für die Studie befragten wir gemeinsam mit der Civey GmbH Erwerbstätige sowie Unternehmen mit Entscheidungsverantwortung im Engineering- und IT-Umfeld. Ziel war es, den praktischen Einsatz von Arbeitnehmerüberlassung sowie ungenutzte strategische Potenziale zu analysieren.

 

Vollständige Ergebnisse

Die vollständige Studie mit vertiefenden Daten, Einordnungen und Praxisimpulsen steht hier zum Download bereit.

Pressekontakt

Bild unseres Mitarbeiters Martin Löwe.
Martin Löwe
Manager Externe Kommunikation / Pressesprecher